Die Personas im Einzelnen
Warum mehrere Personas?
Eine SPS-Programmierumgebung braucht verschiedene Sichtweisen:
- Beim Coding wollen Sie schnell Variablen anlegen und compilieren.
- Beim Code-Review wollen Sie keine versehentlichen Aenderungen.
- Beim Inbetriebnehmen schauen Sie nur Live-Werte an — nicht den Code.
- Beim Einarbeiten eines Lehrlings soll der KI-Helfer alles einzeln nachfragen, damit der Lehrling sieht was gerade passiert.
Statt dass Sie immer wieder das Sicherheits-Profil umstellen, hat ForgeIEC fertige Personas eingebaut — jede mit ihrer eigenen Rolle und ihrer eigenen Berechtigungs-Stufe.
Sie wechseln im AI-Reiter einfach zwischen den Karteikarten.
Die fuenf Personas
Blacksmith Master — der Vorarbeiter
- Wann waehlen? Standard fuer aktives Programmieren.
- Was darf er? Alles: Variablen anlegen, POU-Code schreiben, kompilieren, hochladen, SPS starten/stoppen, Werte beobachten.
- Vorsicht: Er kann eine SPS in den Stopp-Zustand bringen. Confirm-Rueckfragen erscheinen aber bei jeder Aktion (ausser im Geschwindigkeits-Modus, siehe Bedienung).
Reviewer — der zweite Blick
- Wann waehlen? Wenn Sie sich Ihren Code durchsehen lassen wollen bevor Sie ihn deployen.
- Was darf er? Nur lesen: Projekt-Variablen, POU-Bodies, Bibliotheks-Bausteine. Er kann kein Variable anlegen, kein Code aendern, kein Deploy ausloesen.
- Sicherheits-Vorteil: Sie koennen ihn unkonzentriert chatten lassen — er wird nichts kaputt machen koennen, selbst wenn Sie ihn schlecht anweisen.
Doc — der Dokumentar
- Wann waehlen? Wenn Sie aus fertigem Code Kommentare oder eine Doku-Datei erzeugen lassen wollen.
- Was darf er? Lesen + Variablen-Kommentare schreiben. Kein Code-Body wird angefasst, kein Deploy.
- Typischer Einsatz: “Lies meine
MotorSteuerung-POU und schreibe in jede Variable einen kurzen Kommentar was sie tut.”
Monitor — der Beobachter
- Wann waehlen? Wenn Sie an einer laufenden Anlage Diagnose machen wollen, OHNE die Gefahr dass irgendwas geaendert wird.
- Was darf er? Ausschliesslich Live-Werte lesen, Oszilloskop- Aufnahmen abrufen, Task-Statistiken anzeigen.
- Was darf er NICHT? Keine Variablen anlegen, keine Force-Setzungen, kein Code-Anfassen, kein Deploy.
- Typische Frage: “Warum bleibt
Motor_Bereitwaehrend des Startvorgangs auf FALSE? Schau dir die letzten 5 Sekunden auf dem Oszi an.”
Trainee — fuer Einarbeitung und Erstkontakt
- Wann waehlen? Wenn Sie einen neuen Mitarbeiter einarbeiten — oder selbst zum ersten Mal mit dem KI-Helfer arbeiten und alles Schritt-fuer-Schritt sehen wollen.
- Was darf er? Im Prinzip alles wie Blacksmith Master.
- Was ist anders? Der Geschwindigkeits-Modus ist hier immer ausgeschaltet. Jede einzelne Aktion erfordert Ihre Bestaetigung per Klick. Auch wenn der Bearbeiter „Mach das, mach das, mach das" hintereinander tippt, kommt nach jedem Schritt eine Rueckfrage.
Personas anpassen oder eigene anlegen
Personas verwalten Sie unter Preferences → AI → Tab „AI Agent Profiles":
+unter der Profile-Liste — neues Profil anlegen.-— markiertes Profil loeschen.- Liste anklicken → rechts erscheinen Name / Role / Endpoint / Model / API-Key / Enabled / System-Prompt zum Editieren.
- „Reset to defaults" — alle Personas auf die Werks-Defaults zuruecksetzen (loescht User-Anpassungen).
Der System-Prompt ist der Text, mit dem die KI bei jeder Anfrage „geimpft" wird. Hier geben Sie Stil, Sprache, Detailgrad und Domaenen-Wissen mit (z.B. „Antworte immer auf Deutsch, technisch knapp"). Jede Persona hat zusaetzlich eine Role, die den verfuegbaren MCP-Tool-Satz festlegt — siehe Sicherheit und Werkzeuge.
Welche Persona fuer welche Aufgabe?
| Sie wollen … | Persona |
|---|---|
| Neues Programm schreiben | Blacksmith Master |
| Code-Review vor dem Deploy | Reviewer |
| Doku aus fertigem Code | Doc |
| Anlage in Betrieb diagnostizieren | Monitor |
| Lehrling einlernen | Trainee |
| Erste Schritte mit dem Helfer | Trainee, dann Blacksmith Master |
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